Baubeschreibung verstehen: Was muss drin stehen?
Die Baubeschreibung definiert, was Sie bekommen. So erkennen Sie Lücken und schützen sich vor bösen Überraschungen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
1. Die 14 gesetzlichen Pflichtangaben
#1Allgemeine Gebäudebeschreibung
Art des Gebäudes, Anzahl Wohneinheiten, Gesamtkonzept
#2Art und Umfang der Leistungen
Alle Bauleistungen, Gewerke und Nebenleistungen
#3Gebäudedaten
Wohnfläche, Nutzfläche, Grundstücksfläche, Anzahl Räume
#4Grundrisse
Maßstabsgerechte Zeichnungen aller Geschosse
#5Schnittzeichnungen
Gebäudeschnitte mit Höhenangaben
#6Angaben zum Energiestandard
GEG-Anforderungen, Effizienzhaus-Stufe, Primärenergiebedarf
#7Angaben zur Heizung
Art der Heizung, Warmwasserversorgung, Lüftungskonzept
#8Beschreibung der Baukonstruktion
Gründung, Mauerwerk, Decken, Dach — Materialien und Systeme
#9Innenausbau
Estrich, Bodenbeläge, Wandoberflächen, Türen, Treppen
#10Sanitärausstattung
Marke, Typ, Qualitätsstufe aller Sanitärobjekte
#11Elektroinstallation
Anzahl Steckdosen, Lichtauslässe, Datenanschlüsse je Raum
#12Außenanlagen
Terrasse, Wege, Stellplätze, Begrünung — sofern im Vertrag
#13Fertigstellungstermin
Verbindliches Datum oder kalkulierbare Bauzeit
#14Qualitätsmerkmale
Schallschutz (DIN 4109), Brandschutz, Barrierefreiheit
2. Typische Lücken erkennen
„Oder gleichwertig"
Bauträger kann günstigere Materialien verwenden. Fordern Sie exakte Produktangaben (Hersteller, Modell, Farbe)
Fehlende Schallschutzangaben
Ohne Angabe gilt nur DIN 4109 Mindestschallschutz. Besserer Schallschutz (SST III) muss explizit vereinbart werden
Unpräzise Fliesenangaben
„Fliesen, Marke Bauherr-Auswahl" — ohne Budget-Angabe drohen Nachzahlungen. Preis pro m² festlegen
Keine Angabe zur Außenanlage
Terrasse, Einfahrt, Zaunanlage — wenn nicht beschrieben, nicht geschuldet
Fehlende Malerarbeiten
„Tapezierarbeiten nicht enthalten" — prüfen, ob Wände nur verputzt oder auch gestrichen werden
Tipp: Lassen Sie die Baubeschreibung von einem unabhängigen Bausachverständigen prüfen (ca. 300–500 €). Fehlende oder unklare Angaben gehen nach BGB zulasten des Bauträgers — aber Streit vermeiden ist besser als Recht haben.
3. Qualitätsstufen verstehen
| Ausstattung | Standard | Gehoben |
|---|---|---|
| Fenster | Kunststoff, 3-fach-Verglasung | Alu-Vorsatzschale oder Holz-Alu |
| Bodenbelag | Laminat oder Fliesen bis 30 €/m² | Parkett oder Fliesen 50+ €/m² |
| Sanitär | Markenware Basisreihe | Designlinie (Duravit, Villeroy & Boch) |
| Innentüren | CPL-Oberfläche, Röhrenspan | Echtholzfurnier oder Massivholz |