Förderung
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Fortgeschritten

Wohn-Riester: Lohnt sich die Eigenheimrente noch?

Staatliche Zulagen fürs Eigenheim klingen attraktiv — aber das Wohnförderkonto hat es in sich. Eine ehrliche Analyse. Wichtig: Ab 2027 plant die Bundesregierung das „Altersvorsorgedepot" als Riester-Nachfolger.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Grundzulage: 175 €/Jahr + 300 €/Kind (ab 2008) — Mindesteigenbeitrag 4 % des Vorjahreseinkommens
Steuervorteil: Bis 2.100 € Sonderausgabenabzug pro Jahr (Zulagen + Eigenbeiträge)
Wohnförderkonto: Fiktives Konto, das mit 2 % p.a. verzinst wird — Grundlage für Nachversteuerung
Nachgelagerte Besteuerung: Das Wohnförderkonto wird ab Rentenbeginn über 17–25 Jahre versteuert
Einmalzahlung: 30 % Rabatt bei Einmalversteuerung des Wohnförderkontos bei Rentenbeginn

1. Zulagen und Steuervorteil

FörderungBetrag / JahrVoraussetzung
Grundzulage175 €4 % Vorjahres-Brutto als Eigenbeitrag
Kinderzulage (ab 2008)300 € / KindKindergeldberechtigung
Kinderzulage (vor 2008)185 € / KindKindergeldberechtigung
Berufseinsteigerbonus200 € (einmalig)Unter 25 Jahre bei Vertragsbeginn
SonderausgabenabzugBis 2.100 €Zulagen + Eigenbeiträge

2. Wohnförderkonto: Die versteckte Steuerlast

Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto beim Finanzamt. Es erfasst alle geförderten Beträge (Zulagen + steuerlich abgesetzte Beiträge) und verzinst diese mit 2 % p.a. — obwohl Sie das Geld bereits für Ihr Eigenheim verwendet haben.

Beispiel: 30 Jahre Einzahlung, 2.100 €/Jahr

Eingezahlte Beträge:63.000 €
Fiktive Verzinsung (2 % p.a.):+ 23.000 €
Wohnförderkonto bei Rentenbeginn:~86.000 €
Nachgelagerte Besteuerung (Grenzsteuersatz ~25 %):~21.500 €

Einmalzahlung-Option: Bei Rentenbeginn können Sie das gesamte Wohnförderkonto auf einmal versteuern — dann werden nur 70 % des Betrags angesetzt (30 % Rabatt). Lohnt sich oft bei niedrigem Steuersatz im Alter.

3. Wann lohnt sich Wohn-Riester?

Lohnt sich

Familien mit 2+ Kindern (hohe Zulagen), Geringverdiener mit niedrigem Mindesteigenbeitrag, Beamte und Angestellte mit stabilem Einkommen

Lohnt sich weniger

Singles ohne Kinder (nur 175 € Grundzulage), Gutverdiener (Steuervorteil vs. Wohnförderkonto-Last), Selbstständige (nicht förderberechtigt)

Alternativen prüfen

KfW-Wohneigentumsprogramm (124), höhere Sondertilgung des normalen Darlehens, ETF-Sparplan + schuldfreie Immobilie im Alter. Ab 2027: Neues Altersvorsorgedepot als flexiblere Alternative

Reform ab 2027: „Altersvorsorgedepot"

Die Bundesregierung plant ab 01.01.2027 ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot als Riester-Nachfolger. Bestehende Wohn-Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und können unter bisherigen Bedingungen weitergeführt werden. Sparer erhalten die Möglichkeit, in das neue System zu wechseln. Im neuen System: Grundzulage bis 480 €/Jahr (statt 175 €), Kinderzulage weiterhin 300 €/Kind, stärkerer Kapitalmarktfokus.

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Zuletzt aktualisiert: Februar 2026